Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Berlin

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Inhalt: Beschreibung Wehr

Immer wieder steht die Untere Havel-Wasserstraße zwischen Plaue und Havelberg in der Diskussion zur Renaturierung.
Leider wird sehr oft vergessen, dass wir uns in einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft befinden und ein Teil dieser Kulturlandschaft die bis heute funktionierende Wasserbewirtschaftung der Havel mittels Stau- und Regelungsbauwerken ist.

Die Funktion von Nadelwehren, die der Aufgabe einen Stau zu schaffen, um entweder durch die entstehende Gefällestufe eine Konzentration von potentielle Energie (früher genutzt zum Antrieb von Mühlen) oder eine bestimmte Wassertiefe für die Schifffahrt oberhalb der Wehranlage zu erzeugen, wird kurz beschrieben.
Bei Nadelwehren besteht die Stauwand aus einzelnen, annähernd senkrecht und dicht aneinander stehenden Stäben. Diese Stäbe werden auch Nadeln genannt. Diese Nadeln können aus verschiedenen Materialien bestehen (Holz, Stahl, Aluminium).
Sie stützen sich unten gegen einen Anschlag des massiven Wehrunterbaues, oben gegen Nadellehnen, die von einer Bockreihe gehalten werden.

Nach Wegnahme der Nadeln können die Nadellehnen und die Böcke auf die Wehrsohle geklappt werden.
Da die Herstellungskosten für diese Anlagen gering sind könnten diese Wehre als ausreichend zweckmäßig und wirtschaftlich für geringe Stauhöhen angesehen werden. Da aber eine solche Konstruktion im Winter einer Eisbelastung (Fachbegriff: Eisdruck) nicht stand hält, müssen in unseren Gegenden die Nadelwehre frühzeitig "gelegt" werden und sind erst im Frühjahr wieder aufzurichten. Diese Arbeit ist gerade aus der Sicht des Arbeitsschutzes äußerst Risiko behaftet. Es besteht auch immer ein Risiko in der Abschätzung des Anfanges und des Endes der Frostperioden, so wird der von den Nutzern benötigte Stau auch zu Zeiten nicht vorhanden sein, in denen die Eisgefahr noch nicht oder nicht mehr besteht.