Inhalt: Pichelsdorfer Havel (UHW-km 0–4,3; PFA 2; BLN 02) und Untere Spree (SOW-km 0–4,67; PFA 3; BLN 03)
Das Projekt umfasst den Ausbau der Pichelsdorfer Havel und der Unteren Spree für den Verkehr mit so genannten Schubverbänden (Länge 185 m, Breite 11,40 m, Tiefgang 2,80 m). Nach Abschluss der Arbeiten wird der Berliner Westhafen für die modernen Güterschiffe mit wirtschaftlichen Abladetiefen erreichbar sein. Die Verkehrsachse vom Rhein bis nach Berlin als Bestandteil der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit wird damit komplettiert.
Der Ausbau der Berliner Nordtrasse befindet sich zurzeit in der Planungsphase. Bereits bestehende ältere Planungen werden im Auftrag des Wasserstraßenneubauamtes Berlin (WNA) weitgehend überarbeitet. Ziel dieser Umplanungen ist die Berücksichtigung vielfältiger Gesichtspunkte wie z. B. geänderte Bedarfe, Interessen des Naturschutzes und städtebauliche Aspekte. Die Anpassung der Planungen umfasst auch neue gesetzliche Rahmenbedingungen, bspw. die Wasserrahmenrichtlinie und neue Regelungen zum Artenschutz.
Damit im Hinblick auf die Ergebnisse ein breiter Konsens entstehen kann, erfolgen die Planungen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) unter Beteiligung des Landes Brandenburg und des Landes Berlin, in erster Linie der maßgeblichen Senatsverwaltungen und der Bezirksämter.
Durch die bewusste Inkaufnahme von Einschränkungen des Schiffsverkehrs können bestehende Uferstrukturen geschont und Eingriffe angemessen minimiert werden. Die gemeinsame Zielsetzung ist dabei ein für alle Seiten tragbarer Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Interessenslagen.
In einem der ersten Schritte hierzu erstellt die Fachstelle der WSV für Verkehrstechniken im Auftrag des WNA Berlin derzeit ein Gutachten, in dem unterschiedliche Szenarien der Verkehrsführung miteinander verglichen werden. Unter den gegebenen Randbedingungen soll so die optimale Verkehrsführung entwickelt werden.
Sämtliche neue Planungsleistungen (Technische Planung, Umweltgutachten) werden über ein EU weites Verfahren als Ingenieurleistung im Gasamtpaket vergeben. Es ist beabsichtigt, den Auftrag im Juni 2010 zu vergeben.
Das Land Berlin und die Stiftung "Preußische Schlösser und Gärten" werden rechtzeitig und umfassend in den Planungsprozess mit eingebunden. Dazu ist eine externe Projektorganisation als planungsbegleitendes Abstimmungsorgan eingerichtet worden.