Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Berlin

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Untere Havel-Wasserstraße / Mittlere Havel

Die Untere Havel-Wasserstraße beginnt mit UHW-km 0,00 an der Einmündung der Spree im Nordwesten Berlins und endet mit UHW-km 148,50 bei Havelberg in der Elbe. Hierbei handelt es sich um einen von der Schifffahrt geprägten Begriff. Mittlere Havel ist eine geographisch/naturräumliche Bezeichnung. Kennzeichnend sind große Seenstrecken, wegverkürzende Kanäle und eine naturnahe Flussstrecke unterhalb Ketzins mit zahlreichen alten Flussschlingen, Durchstichen und einer Vielzahl von Inseln.

Bereits seit dem 13. Jahrhundert, beginnend mit Mühlenstaus, wurde der natürlich fließende Fluss in Stauhaltungen umgewandelt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Wehre erneuert, geregelte Stauziele mit den Nutzern festgelegt und der Wasserweg mit Abgrabungen und Durchstichen sicherer gemacht. Seit jener Zeit hat der Fluss sein heutiges Erscheinungsbild als Kulturlandschaft und Schifffahrtsweg.

Übersicht Planfeststellungsabschnitte

Das Ausbauvorhaben "Untere Havel-Wasserstraße zwischen Plaue und Jungfernsee" umfasst den Ausbau folgender Gewässer:

  Elbe-Havel-Kanal (EHK), EHK-km 379,00 bis EHK-km 382,05
     (wird zusammen mit der Seenstrecke planfestgestellt)

  Untere Havel-Wasserstraße (UHW), UHW-km 66,70 bis UHW-km 16,40

mit dem Planfeststellungsabschnitt 1  (PFA 1)  Seenstrecke,
mit dem Planfeststellungsabschnitt 2  (PFA 2)  Silokanal,
mit dem Planfeststellungsabschnitt 4  (PFA 4)  Flusshavel,
mit dem Planfeststellungsabschnitt 5  (PFA 5)  Sacrow-Paretzer Kanal,
mit den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

  Einmündungsbereich Havelkanal von HvK-km 33,80 bis HvK-km 35,69
     (wird zusammen mit dem Sacrow-Paretzer Kanal planfestgestellt)

Die Gesamtlänge beträgt insgesamt ca. 53 km.

Geplant ist, die Untere Havel-Wasserstraße für den Verkehr mit Großmotorgüterschiffen und Schubverbänden nach der europäischen Wasserstraßenklasse Vb auszubauen, d.h. für das Großmotorschiff (GMS mit 110 x 11,45 x 2,80 m) und den Schubverband (SV mit 185 x 11,45 x 2,80 m). Um das Güterverkehrszentrum in Wustermark verkehrlich anzuschließen, sind auch Baumaßnahmen am Havelkanal erforderlich.

Die Vorstadtschleuse in Brandenburg erhält eine neue leistungsfähige Schleusenkammer. 

Das Land Brandenburg hat für den Ausbau ein Raumordnungsverfahren mit dem Ergebnis durchgeführt, dass das Vorhaben mit den Zielen des Landes vereinbar ist.

Mit dem Ausbau der vorgenannten Wasserstraßen wird als regionaler Aspekt eine vollschiffige Vernetzung der Hafenstandorte der Stadt Brandenburg an der Havel, der Stadt Potsdam und des Güterverkehrszentrums Wustermark ermöglicht und der Regionalverkehr erleichtert. Durch die Beseitigung örtlicher Engstellen und Gefahrenstellen, insbesondere bei den Brücken, wird die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs wesentlich erhöht.
Das ermöglicht auch eine bessere Auslastung der bereits verkehrenden Flotte. Der Begegnungsverkehr wird erleichtert und die Verkehrsströme aus den angrenzenden Wasserstraßen (EHK, UHW und HvK) können schneller und sicherer abgewickelt werden.

Abhängig vom Ausbau der Wasserstraße ist die Entwicklung der Häfen u. a. in Brandenburg a. d. H., Potsdam, Wustermark und Königs Wusterhausen. Mit dem Ausbau dieser Häfen durch Land, Kommune oder private Investoren ist die Ansiedlung neuer Gewerbe- und Industriebetriebe verbunden, die Dienstleistungsaufgaben für die Standorte und die Region übernehmen können.
Die Verknüpfung einer leistungsfähigen Binnenschifffahrt mit den Verkehrsträgern Schiene und Straße ermöglicht eine Verbesserung der Standortqualität in dieser Region.